Nach einem Permanent Make-up gibt es zwei Momente, in denen fast alle unruhig werden. Der erste kommt am zweiten oder dritten Tag: „Das ist viel zu dunkel.” Der zweite um den neunten Tag herum: „Jetzt ist es fleckig, an einer Stelle ist gar nichts mehr da.”
Beides ist normal. Beides gehört zum Ablauf. Und beides lässt sich vorher wissen — was den Unterschied macht zwischen zwei entspannten Wochen und zwei Wochen Panik vor dem Spiegel.
Der Termin ist nicht das Ergebnis
Beim Pigmentieren wird Farbe in die Haut eingebracht. Ein Teil davon landet dort, wo er bleiben soll. Ein anderer Teil sitzt zunächst weiter oben, in Schichten, die dein Körper in den nächsten Tagen ohnehin abstößt.
Was du direkt nach dem Termin siehst, ist also beides zusammen: das künftige Ergebnis plus den Anteil, der wieder verschwindet. Deshalb wirkt frisches Permanent Make-up immer kräftiger und schärfer als das, was am Ende bleibt. Wer nach zwei Stunden im Spiegel das Endergebnis sucht, sucht das Falsche.
Tag 1 bis 3: zu dunkel, zu deutlich
In dieser Phase sieht alles nach zu viel aus. Brauen wirken wie mit einem kräftigen Stift nachgezogen, Lippen sind geschwollen und intensiv gefärbt, das Lid ist leicht angeschwollen — bei den Augen ist die Schwellung meist am Morgen nach dem Termin am deutlichsten und geht danach zurück.
Plane deshalb keine wichtigen Termine in diese Tage. Kein Fotoshooting, keine Hochzeit, kein erster Arbeitstag. Nicht weil etwas schiefgeht, sondern weil du sonst zwei Tage lang gegen dein eigenes Spiegelbild anargumentierst.
Tag 4 bis 7: die Schuppung
Jetzt beginnt die Haut, sich zu erneuern. Es bildet sich eine feine Kruste, die sich nach und nach löst. Genau hier entscheidet sich, wie gut das Ergebnis wird — und es liegt fast vollständig bei dir.
Die eine Regel, die über allem steht: nichts abziehen, nichts abkratzen, nicht reiben. Jede Kruste, die du vorzeitig ablöst, nimmt Pigment mit, das eigentlich hätte bleiben sollen. Auch dann, wenn es juckt. Vor allem dann, wenn es juckt.
Halte Brauen und Lidstrich in dieser Zeit trocken und sauber. Lippen sind der Sonderfall: Sie brauchen Feuchtigkeit und werden mit dem empfohlenen Pflegeprodukt dünn versorgt, damit sie nicht aufreißen. Trink die ersten Tage am besten mit Strohhalm und verzichte auf scharfes Essen.
Tag 8 bis 14: die fleckige Phase
Wenn die Schuppen ab sind, sieht es oft schlechter aus als vorher. An manchen Stellen wirkt die Farbe blass oder ganz verschwunden, an anderen noch kräftig. Das Ergebnis sieht ungleichmäßig aus, und die Versuchung ist groß, das als misslungen zu bewerten.
Ist es nicht. Die Haut braucht nach der Schuppung noch Zeit, bis das Pigment wieder gleichmäßig durchscheint. Was am zehnten Tag wie eine Lücke aussieht, ist am vierzehnten oft wieder da.
Was allerdings ebenfalls stimmt: Nach der Abheilung ist die Farbe deutlich heller als am Tag des Termins. Bei Lippen ist dieser Unterschied am größten — oft größer, als die meisten erwarten.
Was in diesen zwei Wochen tabu ist
Sauna, Schwimmbad, Solarium und direkte Sonne fallen aus. Alle vier weichen die Haut auf, reizen sie oder bleichen frisches Pigment. Sport, bei dem du stark schwitzt, verschiebst du besser ebenfalls.
Am Auge kommt dazu: kein Augen-Make-up, keine Wimpernverlängerung, bis das Lid vollständig abgeheilt ist. Wenn du vor dem Termin Extensions getragen hast, mussten die ohnehin vorher raus — setz sie nicht direkt danach wieder ein.
Sonnenschutz kommt erst wieder auf die Stelle, wenn die Haut geschlossen ist. Danach dafür konsequent: Sonne ist der größte Feind der Haltbarkeit.
Die Nachbehandlung ist kein Extra
Nach vier bis sechs Wochen folgt der zweite Termin. Er kostet 100 € und ist kein Zusatzverkauf, sondern der zweite Teil derselben Arbeit.
Der Grund ist einfach: Haut nimmt Pigment nicht überall gleich an. Narbengewebe, trockene Stellen, unterschiedliche Hautdicke — an manchen Punkten hält die Farbe schlechter. Erst wenn alles abgeheilt ist, sieht man, wo nachgearbeitet werden muss. Vorher lässt sich das nicht beurteilen, und deshalb wird es auch nicht am ersten Termin miterledigt.
Wer diesen zweiten Termin auslässt, hat in aller Regel ein blasseres und ungleichmäßigeres Ergebnis als jemand, der ihn wahrnimmt. Wird er erst innerhalb von drei Monaten nachgeholt, kostet er 150 €.
Wann du dich melden solltest
Wenn eine Stelle stark pocht, deutlich wärmer ist als die Umgebung, anschwillt statt abzuschwellen oder nässt, ist das kein Fall für Abwarten. Melde dich dann und lass es dir ärztlich ansehen. Alles andere — dunkel, schuppig, fleckig, ungleichmäßig — ist der ganz normale Verlauf.
Und wenn du unsicher bist, ob das, was du siehst, dazugehört: Ein Foto per WhatsApp an 0176/63202226 kostet dich dreißig Sekunden und spart dir womöglich eine schlaflose Nacht.